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Das Fotografieren einer Sonnenfinsternis ist ein spannendes Projekt, erfordert aber sowohl für Handys als auch für Kameras strenge Sicherheitsvorkehrungen, um Technik und Augen zu schützen.

  • Autorenbild: Andreas Schink
    Andreas Schink
  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit



Hier sind die wichtigsten Tipps, unterteilt nach Ausrüstung:



⚠️ WICHTIGSTE SICHERHEITSREGEL VORAB ⚠️

Richten Sie niemals eine Kamera oder ein Handy direkt ohne zertifizierten Sonnenfilter auf die Sonne (außer während der wenigen Minuten der Totalität einer totalen Finsternis, falls Sie sich im Totalitätsstreifen befinden).

  • Der Sensor: Das gebündelte Sonnenlicht kann den Kamerasensor binnen Sekunden dauerhaft verschmoren.

  • Ihre Augen: Schauen Sie niemals durch den optischen Sucher (DSLR) einer ungeschützten Kamera in die Sonne. Das wirkt wie ein Brennglas und führt sofort zu schwersten Augenschäden.


1. Fotografieren mit der Kamera (DSLR/DSLM)

Dies ist die Methode für Detailaufnahmen der Sonnensichel oder der Korona.

Benötigte Ausrüstung:

  • Zertifizierter Sonnenfilter (Solar Filter): Ein spezieller Filter, der vor das Objektiv geschraubt oder geklemmt wird (z. B. aus Baader AstroSolar Folie selbst gebaut oder als fertiger Schraubfilter). Normale ND-Filter reichen nicht aus.

  • Teleobjektiv: Um die Sonne groß abzubilden, benötigen Sie viel Brennweite (mindestens 200mm, besser 400mm oder mehr an Vollformat).

  • Stabiles Stativ: Unerlässlich bei langen Brennweiten und um den Verlauf zu dokumentieren.

  • Fernauslöser: Verhindert Verwacklungen beim Drücken des Auslösers.


Einstellungen (Manueller Modus - M):

  • Fokus: Schalten Sie den Autofokus aus. Stellen Sie manuell auf unendlich ($\infty$) oder nutzen Sie den Live-View-Bildschirm, um am Rand der Sonne scharfzustellen. Fixieren Sie den Fokus eventuell mit Klebeband.

  • ISO: Niedrigster Wert (meist ISO 100 oder 200), um Rauschen zu minimieren.

  • Blende: f/8 bis f/11 ist oft ein guter Kompromiss zwischen Schärfe und Lichtmenge.

  • Belichtungszeit: Starten Sie (mit Filter) bei ca. 1/500 bis 1/1000 Sekunde und tasten Sie sich heran. Das Ziel ist eine klar definierte Sonnensichel, keine überstrahlte weiße Scheibe.

  • Dateiformat: Fotografieren Sie im RAW-Format. Das bietet in der Nachbearbeitung viel mehr Spielraum, um Details aus den hellen und dunklen Bereichen herauszuholen.


2. Fotografieren mit dem Smartphone

Mit dem Handy sind spektakuläre Detailaufnahmen der Sonne schwierig, aber atmosphärische Bilder des Ereignisses sind möglich.


Methodik & Schutz:

  • Schutzfolie vor die Linse: Halten Sie eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille oder ein Stück Sonnenfilterfolie dicht und komplett vor die Kameralinsen des Handys.

  • Nicht zoomen (digital): Digitaler Zoom verschlechtert nur die Bildqualität. Nutzen Sie lieber das optische Tele-Objektiv, falls Ihr Handy eines hat.

  • Stativ-Adapter: Ein kleiner Stativadapter für das Handy hilft, das Bild ruhig zu halten, besonders wenn Sie den Verlauf filmen wollen.

Einstellungen (Pro-Modus falls vorhanden):

  • Belichtung: Tippen Sie auf die Sonne und ziehen Sie den Belichtungsregler (oft ein Sonnen-Symbol) ganz nach unten, damit die Sonne nicht als weißer Fleck überstrahlt.

  • Fokus: Tippen Sie lange auf den Sonnenrand, um den Fokus zu sperren (AF/AE-Lock).

  • Blitz: Deaktivieren Sie den Blitz.


3. Kreative Alternativen (Ohne direkten Blick in die Sonne)

Oft sind Bilder, die das Phänomen zeigen, beeindruckender als ein kleines Foto der Sonnenscheibe selbst.

  • Der Lochkamera-Effekt in der Natur: Suchen Sie sich einen Baum mit Blättern. Das Sonnenlicht, das durch die Lücken fällt, projiziert hunderte kleine Sichelformen auf den Boden. Das ist ein fantastisches Motiv!

  • Stimmungsbilder: Fotografieren Sie die Landschaft, Menschen mit Finsternisbrillen oder die veränderte Lichtstimmung ("silbriges Licht"), die während der maximalen Verfinsterung entsteht.



Zusammenfassung

Feature

Smartphone

Kamera (DSLR/DSLM)

Schutz

SOFI-Brille/Folie vor Linse

Zertifizierter Solarfilter VOR Objektiv

Sonne Größe

Sehr klein (außer mit Aufsatz)

Groß (mit Teleobjektiv)

Schwierigkeit

Einfach

Mittel bis Hoch

Beste Nutzung

Stimmung, Lochkamera-Effekt

Detailaufnahmen der Sichel/Korona



Um eine Sonnenfinsternis gefahrlos zu beobachten, muss unbedingt die Netzhaut geschützt werden, da die Sonne auch bei starker Bedeckung bleibende Augenschäden verursachen kann. Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren, weshalb Schäden oft erst Stunden später auffallen.  


Directe Beobachtung (Blick in die Sonne)  


Certified Sonnenfinsternis-Brillen  

  • ISO 12312-2 Norm: Ausschließlich Spezialbrillen verwenden, die diese internationale Sicherheitsnorm erfüllen und ein CE-Kennzeichen tragen.

  • Filterleistung: Die Folie filtert ca. 99,999 % des Lichts heraus (optische Dichte $\ge 5$).

  • Zustandsprüfung: Vor der Nutzung prüfen, ob die Folie Löcher, Krate oder Risse aufweist. Wenn beschädigt: sofort entsorgen.


Teleskope, Ferngläser & Kameras  

  • Spezielle Objektiv-Sonnenfilter: Optische Geräte bündeln das Licht und wirken wie ein Brennglas. Sie dürfen niemals ohne zertifizierten Sonnenfilter VOR dem Objektiv verwendet werden.  

  • Eine normale SoFi-Brille auf den Augen reicht nicht, wenn Sie durch ein ungeschütztes Teleskop oder Fernglas blicken – die Hitze würde die Brillenfolie sofort schmelzen.


Indirekte Beobachtung (Sehr sicher & einfach selbstgemacht)

Wenn keine Schutzbrille zur Hand ist, bietet die indirekte Projektion eine gefahrlose Alternative:  


1. Lochkamera / Pinhole-Projektor

  • Funktionsweise: Licht fällt durch ein winziges Loch (1–2 mm) in einen lichtdichten Karton (z. B. Schuhkarton oder Chipsdose) auf ein weißes Papier am anderen Ende.  

  • Sie sehen das projizierte Abbild der verfinsterten Sonne auf der Papierfläche – ohne direkt in die Sonne zu blicken.  

2. Küchensieb oder Lochraster

  • Halten Sie ein Küchensieb, eine Lochkarte oder verkreuzte Finger so, dass ihr Schatten auf eine weiße Wand oder den Boden fällt.

  • Jedes kleine Loch projiziert die Sonnensichel als Minibild auf den Schattenboden.

3. Smartphone-Frontkamera  

  • Richten Sie das Smartphone mit dem Rücken zur Sonne aus, während Sie nur auf den Bildschirm schauen.  

  • Achtung: Vermeiden Sie zwingend, dabei aus Versehen am Handy vorbei direkt in die Sonne zu schauen!


🚫 Absolut UNGEEIGNET (Gefährlich für die Augen!)

Verwenden Sie niemals Folgendes zum Blick in die Sonne – diese Gegenstände filtern die unsichtbare, schädliche UV- und Infrarotstrahlung nicht ausreichend:  

  • Normale oder sehr dunkle Sonnenbrillen (auch nicht mehrere übereinander)

  • Gerußtes Glas oder Alufolie

  • CDs, DVDs oder Röntgenbilder

  • Rettungsdecken oder geschwärzte Filmstreifen

 
 
 

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