Der große Hütten‑Zoff um „Haxenspreizer“ und „Heiße Witwe“Österreich diskutiert über sexistische Après‑Ski‑Getränkenamen
- Andreas Schink

- 25. Jan.
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25. Januar 2026 – Wien/Salzburg.Rund um österreichische Skihütten ist ein überraschend hitzig geführter Streit entbrannt: Traditionelle Après‑Ski‑Getränkenamen wie „Haxenspreizer“, „Heiße Witwe“ oder „Heiße Oma“ stehen verstärkt in der Kritik. Expertinnen bezeichnen die Bezeichnungen als sexistisch, während viele Wirte und Stammgäste von übertriebener politischer Korrektheit sprechen. Die Debatte spaltet nun Skigebiete, Gäste und Gastronomie gleichermaßen. [glbgpt.com], [community....gntaxi.com]
Kritik von Antidiskriminierungsstellen und Expertinnen
Die Diskussion wurde maßgeblich durch Stimmen aus Salzburg befeuert.Selina Oberortner, Vertreterin der Antidiskriminierungsstelle Salzburg, betont, die Sprache spiegle die Gesellschaft wider. Begriffe, die früher als harmlos galten, würden heute differenzierter betrachtet. Sie verweist darauf, dass bereits frühere Bezeichnungen wie „Zigeunerschnitzel“ und „Mohr im Hemd“ nach öffentlichen Debatten von Speisekarten verschwanden. Ähnliches fordert sie nun für Après‑Ski‑Getränke. [community....gntaxi.com], [downdetector.com]
Auch die Salzburger Universitätsprofessorin Zoe Lefkofridi findet deutliche Worte. Die Bezeichnungen seien nicht geschlechtsneutral, vielfach auf Frauen gemünzt und deshalb klar sexistisch. Sie appelliert an ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein und plädiert dafür, diskriminierende Begriffe konsequent zu überdenken. [community....gntaxi.com], [downdetector.com]
Wirtschaftskammer rät zur Umbenennung
Die Wirtschaftskammer Salzburg empfiehlt den Betrieben eine freiwillige Umbenennung, betont jedoch, dass es keine gesetzliche Grundlage gebe, um solche Bezeichnungen zu verbieten. Wirtesprecher Albert Ebner erklärt, viele Gäste würden die Getränke gerade wegen der traditionellen Namen nachfragen. Gleichzeitig verweist er darauf, dass die Verantwortung letztlich bei den Betrieben liege und man auf ein „natürliches gesellschaftliches Umdenken“ setze. [downdetector.com]
Gäste zwischen Tradition und Zeitgeist
Viele Wintersportfans sehen die Sache völlig anders. Die alten Getränkenamen seien für sie Teil der humorvollen Hütten‑Kultur, ein Stück Après‑Ski‑Folklore, das man nicht überbewerten solle. Kritiker der Umbenennungsforderungen argumentieren, dass der herbe, teils derbe Hüttenhumor nie diskriminierend gemeint gewesen sei und dass es wichtig sei, Traditionen nicht leichtfertig aufzugeben. [community.openai.com]
Gegner einer Änderung warnen zudem vor einer „Überregulierung“ durch politisch motivierte Sprachkorrekturen und sehen in der Debatte eine Ablenkung von wichtigeren gesellschaftlichen Themen. Befürworter eines neuen Umgangs entgegnen, dass sensiblere Sprache ein Zeichen des Fortschritts sei.
Ein Kulturkampf in den Alpen
Was auf den ersten Blick wie eine harmlose Diskussion über Getränkenamen wirkt, zeigt sich inzwischen als Sprach‑ und Kulturkonflikt mitten im Alpenwinter. Es geht um Traditionspflege versus moderne Sensibilität, um Humor versus Respekt, und um die Frage, welche Begriffe wir in Zukunft noch verwenden wollen.
Während die Après‑Ski‑Saison weiterläuft und die Diskussion in sozialen Medien, Skigebieten und Medien hohe Wellen schlägt, bleibt eines sicher:Die Hütten‑Kultur steht an einem Wendepunkt.
Ob „Haxenspreizer“ und „Heiße Witwe“ am Ende wirklich verschwinden – oder als Traditionsgetränke weiterleben – dürfte die kommenden Wochen entscheiden.
KI-Symbolbild














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